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Artikel getaggt mit ‘Weißwein’

Ehrenfelser – Lexikonartikel

Ehrenfelser ist eine Neuzüchtung im Weinbau aus Riesling x Silvaner. Professor Dr. Heinrich Birk (1898–1973) – der Leiter des Instituts für Rebenzüchtung der hessischen Forschungsanstalt Geisenheim in Geisenheim war, ist der Züchter der Rebsorte. Die Kreuzung erfolgte 1929, im Jahr 1969 wurde der Ehrenfelser in die Sortenschutzrolle und die Sortenliste eingetragen. Neben den Flächen in Deutschland sind kleinere Anpflanzungen in Australien, England und Kanada bekannt.

Bei der Namensfindung stand Burg Ehrenfels Pate.

Der grünlichgelbe Wein hat ein feinduftiges, traubiges Bouquet (Apfel, Grapefruit, Pfirsich, Aprikose). Er ähnelt dem Riesling und ist gut für Prädikatsweine geeignet.

Die Sorte Ehrenfelser war Kreuzungspartner der Neuzüchtungen Ehrenbreitsteiner und Prinzipal.

Siehe auch die Artikel Weinbau in Deutschland, Weinbau in Australien, Weinbau in Kanada und Weinbau im Vereinigten Königreich sowie die Liste der Rebsorten.

Synonyme: Zuchtnummer Geisenheim 9-93 oder GM 9-93

Abstammung: Riesling x Silvaner

Verbreitung in Deutschland

Die Rebe ist vor allem in den deutschen Anbaugebieten Mittelrhein, Nahe, Rheingau, Pfalz und Rheinhessen verbreitet. Im Rahmen einer Partnerschaft mit dem Rheingau stehen auch 100 Rebstöcke in Berlin (→ Rüdesheimer Platz). In Deutschland waren im Jahr 2007 nur noch 100 Hektar  mit der Rebsorte Ehrenfelser bestockt. Im Jahr 2006 waren noch 112 Hektar  Anbaufläche bestockt, nachdem im Jahr 1999 immerhin 255 Hektar  erhoben wurden.

Weinbaugebiet Rebfläche (Hektar)
Ahr -
Baden unter 0,5
Franken 2
Hessische Bergstraße 4
Mittelrhein 1
Mosel 4
Nahe 13
Pfalz 32
Rheingau 11
Rheinhessen 32
Saale-Unstrut -
Sachsen -
Stargader Land -
Württemberg unter 0,5
TOTAL Deutschland 2007 100

Quelle: Rebflächenstatistik vom 13. März 2008, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2008 in Beschreibende Sortenliste des Bundessortenamtes 2008, Seite 198ff.

Ampelographische Sortenmerkmale

In der Ampelographie wird der Habitus folgendermaßen beschrieben:

  • Die Triebspitze ist offen. Sie ist locker bis mittelstark weißwollig behaart. Die Jungblätter sind hellgrün und leich bronzefarben gefleckt (Anthocyanflecken).
  • Die mittelgroßen Blätter sind fünflappig und leicht rötlich berandet. Die Stielbucht ist V-förmig geschlossen. Das Blatt ist stumpf gezähnt. Die Zähne sind im Vergleich der Rebsorten grob. Die Blattoberfläche (auch Spreite genannt) ist mittelstark blasig derb.
  • Die walzen- bis kegelförmige Traube ist selten geschultert, klein bis mittelgroß und mäßig dichtbeerig. Die rundlichen Beeren sind klein bis mittelgroß und von gelbgrüner Farbe.

Der Ehrenfelser treibt mittelspät aus und ist somit wenig empfindlich gegen eventuelle späte Frühjahrsfröste. Ihn zeichnet bei guter bis sehr guter Holzreife eine gute Winterfrosthärte aus. Die Sorte ist mäßig anfällig gegen den Echten Mehltau und den Falschen Mehltau sowie gegen die Grauschimmelfäule. Im Falle einer Infektion mit der durch Fadenwürmer übertragenen Reisigkrankheit ist der Ernteausfall stärker als im Mittel verglichen mit anderen Rebsorten

Rousanne – Lexikonartikel

Roussanne ist eine eher seltene weiße Rebsorte, die hauptsächlich im französischen Rhônetal, im Savoie und in der Provence, aber auch in der Toskana innerhalb der Provinz Lucca, Australien und Kalifornien  angebaut wird. Sie wird in der Toskana Montecarlo genannt. In Savoyen heißt sie auch Bergeron. Der Name Roussanne beschreibt die Farbe der reifen, rostroten Trauben. Der weltweite Bestand wird auf knapp 1.500 Hektar geschätzt.

Die aus Roussanne gekelterten Weine sind säurereich und haben ein blumiges Aroma. Sie sind sehr lange lagerfähig und entwickeln dann mineralische Noten. Die Sorte ist jedoch anfällig für Grauschimmelfäule und den Echten Mehltau und stellt hohe Ansprüche an den Standort. Im nördlichen Rhônetal wurde sie daher weitgehend von der Marsanne blanche verdrängt. Zusammen mit dieser findet sie dort in die weißen Hermitage, Crozes-Hermitage und Saint-Joseph Eingang. Andernorts wird sie mit Chardonnay und Vermentino verschnitten. Reinsortig wird sie von einigen Winzern in Châteauneuf-du-Pape ausgebaut, so im „Vieilles Vignes“ des Château de Beaucastel. Im Jahr 2007 wurde in Frankreich eine Rebfläche von 1.307 Hektar erhoben. Kleine Bestände sind auch in der Schweiz bekannt (1,7 Hektar, Stand 2007, Quelle: Office fédéral de l’agriculture OFAG)

Siehe auch die Artikel Weinbau in Frankreich, Weinbau in Australien, Weinbau in Italien, Weinbau in den Vereinigten Staaten und Weinbau in der Schweiz sowie die Liste der Rebsorten.

Ampelographische Sortenmerkmale

In der Ampelographie wird der Habitus folgendermaßen beschrieben:

  • Die Triebspitze ist offen. Sie ist weißwollig behaart mit karminrotem Anflug. Die blasigen Jungblätter sind noch wollig behaart und bereits stark gebuchtet.
  • Die großen und dicken Blätter sind fünflappig und tief gebuchtet. Die Stielbucht ist Lyren- förmig geschlossen. Das Blatt ist stumpf gezahnt. Die großen Zähne sind im Vergleich der Rebsorten weit gesetzt. Die Blattoberfläche (auch Spreite genannt) ist blasig derb.
  • Die walzenförmige Traube ist klein bis mittelgross und dichtbeerig. Die rundlichen Beeren sind klein und von weißlichen bis goldgelben Farbe, die bei Vollreife ins rostrote tendiert.

Die Rebsorte reift ca. 20 Tage nach dem Gutedel und ist somit im internationalen Vergleich fast noch früh reifend obwohl die Reife selbst im nördlichen Rhônetal nicht immer erreicht wird. Gegenüber dem Echten Mehltau und die Rohfäule ist sie kaum resistent. Der Ertrag ist schwach und zudem schwankend.

Synonyme

Roussanne ist auch unter den Namen Barbin, Bergeron, Courtoisie, Fromental, Fromental jaune, Fromenteau, Greffon, Greffou, Martin cot, Petite Roussette, Picotin blanc, Plant de Seyssel, Rabellot, Rabelot, Ramoulette, Rebellot, Rebolot, Remoulette, Roussane, Roussane blanc, Roussette (jedoch nicht mit der Rebsorte Altesse zu verwechseln), Rusan belyi und Rusan blan bekannt.

Babeasca Grise – Lexikonartikel

Die weiße Rebsorte Babeasca Grise ist eine autochthone Sorte aus Rumänien. Sie wurde 1975 in Rumänien durch Mitarbeiter des Institut von Odobeşti entdeckt. Es handelt sich dabei um eine Mutation der roten Sorte Babeasca Neagra. Ähnlich wie die Sorten Grauburgunder oder Gewürztraminer zählt die Sorte trotz hellroter Beeren zu den weißen Sorten.

Aktuell sind ca. 10 Hektar bestockter Rebfläche bekannt. In der Regel werden aus dieser Sorte einfache Tafelweine erzeugt.

Ampelographische Sortenmerkmale

In der Ampelographie wird der Habitus folgendermaßen beschrieben:

  • Die Triebspitze ist offen. Sie ist nicht behaart und leicht glänzend.
  • Die großen Blätter sind rundlich, fünflappig und nicht gebuchtet. Die Stielbucht ist U-förmig geformt. Das Blatt ist scharf gezähnt.
  • Die Traube ist groß und lockerbeerig. Die rundlichen Beeren sind klein und von fast hellroter Farbe.

Synonyme

Die Sorte Babeasca Grise ist auch unter den Synonymen Babeasca Gri und Babaesca Gris bekannt

Viognier – Lexikonartikel

Viognier ist eine weiße Rebsorte, die überwiegend an der Rhône angepflanzt wird. Der aus ihr entstehende Wein hat eine kräftige Farbe und einen hohen Alkoholgehalt. Charakteristisch ist jedoch sein Duft, der an Aprikosen, Pfirsiche und Blumen (hier insbesondere Veilchen oder Maiglöckchen) erinnert. Im Bereich Condrieu wird in Steillagen ein sehr teurer Weißwein (Preise von 20 – 30 Euro pro Flasche sind keine Seltenheit) aus Viognier hergestellt, der dennoch jung getrunken werden sollte und generell hervorragend zu Fischgerichten passt. Berühmt ist ebenfalls der Wein von Château-Grillet.

Die Erträge des Viognier sind schwach, und nach der Reblauskrise Ende des 19. Jahrhunderts wurden viele der schwer zu bearbeitenden Steillagen aufgelassen. Aus diesem Grund war die Traube fast verschwunden, 1968 wurden nur noch 14 ha Rebfläche in Frankreich verzeichnet. Mitte der 1980er Jahre erlebten die Rhôneweine eine Renaissance und mit ihr auch die Viognierrebe. In Condrieu, der Heimatgemeinde des Viognier, entwickelte sich der Bestand von 8 ha (1968) über 20 ha (1980) auf 108 ha im Jahr 2000. Dies entspricht jedoch gerade der Hälfte der zugelassenen Fläche.

Die Traube erfreut sich mittlerweile wachsender Beliebtheit im Département Ardèche sowie in der Region Languedoc-Roussillon im Département Hérault, besonders in Roquebrun. Im Jahr 2007 wurden in Frankreich insgesamt 4.111 ha Rebfläche mit Viognier erhoben (Quelle ONIVINS). Auch in Kalifornien (dort wurde die Winzervereinigung The Viognier Guild gegründet, 2773 acres = 1.120 Hektar, Stand 2007 ) und Australien (1.369 Hektar, Stand 2007)  profitiert man von der wachsenden Beliebtheit dieses markanten Weißweines. Im Jahr 2007 lag die bestockte Rebfläche in Neuseeland bei noch steigender Tendenz bei 129 Hektar. . In Chile wurden im Jahr 2006 insgesamt 262 Hektar erhoben, die überwiegend in der Región del Libertador General Bernardo O’Higgins angepflanzt sind . In der Schweiz liegt die bestockte Rebfläche bei 28,9 Hektar (Stand 2007, Quelle: Office fédéral de l’agriculture OFAG).

Synonyme: Galopine (im Weiler La Tronche bei Grenoble), Petit Viognier, Petit Vionnier, Viogné, Viogner, Vionnier

Affumé – Lexikonartikel

Affumé ist ein im Elsaß gebräuchliches Synonym für den Grauburgunder.

Grauburgunder – Lexikonartikel

Grauburgunder

Grauburgunder (auch: frz. Pinot Gris, ital. Pinot Grigio oder Ruländer) ist eine Weißwein-Rebsorte. Obwohl die Haut der Beeren rötlich bis rot gefärbt ist, wird sie den weißen Sorten zugeordnet.

Nachdem sie aus dem Burgund oder aus der Champagne nach Deutschland gebracht wurde, soll sie 1711 von einem Kaufmann aus Speyer namens Johann Seger Ruland in einem aufgelassenen Weinberg gefunden worden sein. Nachdem er den Wert der Sorte erkannte, sorgte er für eine Verbreitung des Grauburgunders.

Grauburgunder ist eine Mutation des Spätburgunders bzw. Blauburgunders aus der vielfältigen Familie der Burgunder.

Als Pinot Gris ist er in Frankreich und in Australien weitverbreitet, darüber hinaus in Deutschland und Österreich als Grauburgunder, in Italien als Pinot Grigio, im Wallis als Malvoisie, im Elsass früher als Tokay. Seit einer Klage der Winzer des ungarischen Weinbaugebiet Tokajer darf der Synonym-Name Tokay oder Tokay d’Alsace nach geltendem EU-Recht nicht mehr verwendet werden.

Der Grauburgunder liefert säurearme, aber körper- und extraktreiche Weißweine mit einem in der Regel eher hohen Alkoholgehalt. In einigen Regionen (Kaiserstuhl) gehört er zu den Sorten, die Spitzenqualitäten ermöglichen.

Die aus dem Grauburgunder gekelterten Weine besitzen meistens eine kräftige goldgelbe Farbe, bei sehr guten Qualitäten kann man manchmal auch leichte Brauntöne wahrnehmen. Der Ruländer weist einen leichten Apfelton auf und hat eine schöne Frische. Man kann ihn als Aperitif oder zu Fischgerichten trinken.

Grauburgunder

In Baden haben sich zwei Stile für den Ausbau des Grauburgunders etabliert. Der traditionelle Ausbau aus sehr reifen und zum Teil edelfaulen Trauben (durch den Pilz Botrytis cinerea) führt zum Ruländer, einem schweren süßen Wein mit Botrytis-Ton. Seit einigen Jahren beginnt der neue Stil den traditionellen Ruländer zu verdrängen. Hierbei werden die Trauben früher gelesen und nur gesunde Trauben verwendet. Es entsteht ein Wein mit mehr Säure und weniger Süße von elegantem Geschmack, der sich hervorragend als Essensbegleiter eignet. Dieser neue Stil wird heute in Baden als Grauburgunder bezeichnet und verkauft.

Nach Österreich wurde die Rebe von Zisterziensermönchen aus dem Burgund im 13. oder 14. Jahrhundert gebracht. Daher auch das Synonym Grauer Mönch. Die größte Verbreitung in Österreich hat der Grauburgunder im nördlichen Burgenland.

Verbreitung

  • Anbaufläche in Deutschland (Stand: 1. März 2008): 4.413 ha (4,1 % der Rebfläche).
  • Anbaufläche in Australien (Stand 2007) ]: 2.469 ha
  • Anbaufläche in Frankreich (Stand 2007): 2.582 ha
  • Anbaufläche in Neuseeland (Stand 2007): Im Jahr 2008 lag die bestockte Rebfläche bei noch steigender Tendenz bei 1.383 Hektar . Im Jahr 2007 lag die Rebfläche noch bei 1.146 Hektar.
  • Anbaufläche in Österreich: ca. 300 ha (0,60 % der Rebfläche).
  • Anbaufläche in der Schweiz: ca. 214 ha (Stand 2007, Quelle: Office fédéral de l’agriculture OFAG)

Die weltweit bestockte Fläche liegt bei ca. 15.000 Hektar.

Die Rebflächen in Deutschland verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Anbaugebiete:

Weinbaugebiet Rebfläche (Hektar)
Ahr 3
Baden 1.636
Franken 48
Hessische Bergstraße 38
Mittelrhein 3
Mosel 79
Nahe 210
Pfalz 1.044
Rheingau 19
Rheinhessen 1.153
Saale-Unstrut 30
Sachsen 41
Stargader Land -
Württemberg 105
TOTAL Deutschland 2007 4.413

Quelle: Rebflächenstatistik vom 13. März 2008, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2008 in Beschreibende Sortenliste des Bundessortenamtes 2008, Seite 198ff.

Ampelographische Sortenmerkmale

Eine Flasche Ruländer Vollreiflese (Dessertwein) aus Rumänien

In der Ampelographie wird der Habitus folgendermaßen beschrieben:

  • Die Triebspitze ist offen. Sie ist stark weißlich hellgrün behaart. Die Jungblätter sind anfangs spinnwebig behaart um danach fast unbehaart zu sein.
  • Die mittelgroßen dunkelgrünen Blätter sind rundlich, meist ganz oder schwach dreilappig, selten jedoch schwach angedeutet fünflappig. Die Stielbucht ist V-förmig offen. Das Blatt ist stumpf gezähnt. Die Zähne sind im Vergleich der Rebsorten mittelgroß. Die Blattoberfläche (auch Spreite genannt) ist blasig derb.
  • Die walzenförmige Traube ist selten geschultert, mittelgroß und dichtbeerig. Die rundlichen bis ovalen Beeren sind mittelgroß und von rötlich bis roter Farbe, vollreife Trauben wirken häufig grau. Die Schale der Beere ist dünnhäutig bis mittelstark.

Der Grauburgunder treibt mittelfrüh aus und ist somit empfindlich gegen eventuelle späte Frühjahrsfröste. Ihn zeichnet jedoch bei guter Holzreife eine gute Winterfrosthärte aus.

Es handelt sich um eine weinbaulich eher schwierige Rebsorte. Die dünnhäutigen Früchte verlangen eine sehr feinfühlige Bearbeitung, da durch Verletzungen der Schale ihr Saft zu früh freigesetzt wird. Außerdem reagieren sie stark auf Klimaschwankungen (Hitze/Kälte). In kühlen Weinbaugegenden sollten nur Winzer, die über gute südseitige Hanglagen mit fruchtbaren, warmen und genügend kalkhaltigen Böden verfügen, an die Anpflanzung dieser Sorte denken. Sie ist anfällig gegen den Echten Mehltau und den Falschen Mehltau. Des weiteren neigt sie zu Chlorose, Rohfäule und Virusbefall. Im Falle einer Infektion mit der durch Fadenwürmer übertragenen Reisigkrankheit ist der Ernteausfall stärker als im Mittel verglichen mit anderen Rebsorten.

Synonyme

Die Rebsorte Grauburgunder ist auch unter den Namen Affumé, Anche cendrée, Arnaison gris, Arnoison gris, Aserat, Auvergnas gris, Auvergne gris, Auvernas gris, Auvernat gris, Auvernet, Auxerrat, Auxerrois gris, Auxois, Baratszinszölö, Bayonner, beurot, Biliboner, Blauer Riesling, Blauer Traminer, Borgogna grigio, Burgundac sivi, Burgundske sede, Burgundske sive, Burot (in Analogie zu den Wollmänteln (franz.: robe de bure) der Mönche des Mittelalters), Casper, Champagner, Claevner roth, Cordelier gris, Cordonnier gris, Crvena klevanjka, Druher, Drusen, Drusent, Druser, Edelclaevner, Edelklevner, Enfumé, Faultraube, Fauvet, Friset, Fromenteau gris, Fromentot, Grau Clevnet, Grauclevner, Graue Burgunder, Grauer Claevner, Grauer Klevner, Grauer Mönch, Grauer Riesling, Grauer Ruländer, Grauer Tokayer, Grauklaeber, Grauklaevner, Grauklevner, Gris commun, Gris cordelier, Gris de Dornot, Griset, Hamsas szollo, Hamuszölö, Hamvas szölö, Kapuzinerkutten, Klebroth, Kleiner Traminer, Kleingrau, Klevanjka, Klevanjka crvena, Klevner rot, Levraut, Malvasier grau, Malvoisie oder Malvoisien, Mauserl, Mausfarbe, Mönch grau, Molvoisie valais, Moréote gris, Moréote gris rouge, Murys, Muscade, Musler, Noirien gris, Ouche cendrée, Petit gris, Pineau cendrée, Pineau gris, Pinot Beurot, Pinot burot, Pinot cendré, Pinot franc, Pinot Gris, Pinot Grigio, Pinot seryi, Piros kisburgundi, Pirosburgundi, Pyzhik, Rauchler, Rauländer, Raulander, Rehfahl, Reilander, Rheingau, Rheingrau, Rheintraube, Riesling grau, Rohlander, Rolander, Rollander, Rolönder Drusen, Roter Burgunder, Roter Clewner, Roter Klevner, Rothe Savoyertraube, Rother Claevner, Rother Clevner, Rother Clewner, Rother Drusen, Rother Klaevener, Rother Klaevner, Rother Klevner, Rother Rulander, Rothfränkisch, Rouci sedive, Rülander, Rülender, Ruländer sivi, Rulanda, Rulandac sivi, Ruhlandi, Ruländer, Rulandske sede, Ryjik, Ryzik, Schieler, Speierer, Speirer, Speyeren, Speyerer, Speyrer, Spinovy hrozen, Stahler, Strahler, Szürke kisburgundi, Szürke Klevner, Szürkebarát, Tockay gris, Tockayer, Tokay, Tokay d’Alsace (ehem.), Tromenteau gris, Valais, Viliboner, Villibroner, Vinum Bonum, Wilibroner und Zelenak bekannt.

Baroque – Lexikonartikel

Baroque ist eine weiße Rebsorte, die mittlerweile eine lokale Rarität der Region Béarn in der französischen Weinbauregion Sud-Ouest ist. Noch Ende des 19. Jahrhunderts war sie weit verbreitet . Nach Meinung des französischen Ampelographen Pierre Galet wurde sie von Pilgern auf dem Rückweg von Santiago de Compostela aus Spanien mitgebracht. In schriftlichen Abhandlungen wird die Sorte erst ab dem 18. Jahrhundert beschrieben. Sie erbringt heute in der Appellation Tursan alkoholstarke Weine mit einem fruchtigen Aroma und einer kräftigen Säure (→ Säure (Wein)). Sie wird gerne als Verschnittpartner zu den Sorten Sauvignon Blanc und Gros Manseng genommen. Der 3-Sternekoch Michel Guérard setzte sich laut Jancis Robinson besonders für den Erhalt der Sorte ein.

In Frankreich sind die Klone 351, 390, 391 und 392 für den Anbau von Qualitätsweinen zugelassen. Der Rebzüchter François Baco interessierte sich ab 1911 für diese Sorte und rückt sie kurzzeitig in den Mittelpunkt seiner Bestrebungen von Neuzüchtungen, da sie wenig anfällig auf Mehltau und Schwarzfäule der Rebe reagiert. Baroque diente später dem Basken Durquety als Kreuzungspartner der Neuzüchtungen Semebat und Liliorila. Durquety entdeckte darüber hinaus die graubeerige Baroque rose, die aus einer Mutation des Baroque entstand.

Eine im Jahr 2007 veröffentlichte Studie belegt, dass die Rebsorten Baroque, Manseng Noir und Tannat genetisch sehr eng miteinander verwandt sind. Es besteht zudem eine auffallende Ähnlichkeit zur Sorte Malbec und die Sorte Claverie steht genetisch ebenfalls in enger Verwandtschaft zu dieser Gruppe. Die häufig veröffentlichte Meinung, Baroque sei eine Kreuzung der Rebsorten Folle Blanche x Sauvignon Blanc, wurde in dieser Untersuchung nicht bestätigt.

ABC

Abkürzung für “Anything but Chardonnay.

Ins Deutsche übersetzt “alles außer Chardonnay”.

Mauzac

Im Südwesten Frankreichs beheimatete Weißweinrebsorte, er ist spätreifend wird Mauzac auf ca. 3500 ha (1999) angebaut und

überwiegend für Schaumweine verwendet.

Seit dem 18. Jahrhundert spielt der Mauzac für die AOC Galliac und das Déepartement Tarn eine tragende Rolle.

Hier wird der Ursprung des Mauzac vermutet.

In der Ampelographie wird der Habitus folgendermaßen beschrieben:

  • Die Triebspitze ist stark weißwollig behaart, mit karminrotem Anflug. Die Jungblätter sind leicht behaart und von gelblicher Farbe.
  • Die kleinen und dicken Blätter sind meist ganz oder dreilappig und dann kaum gebuchtet.
  • Die Stielbucht ist geschlossen, wobei sich die Enden überlappen. Das Blatt ist stumpf gezähnt.
  • Die Zähne sind im Vergleich der Rebsorten sehr weit gesetzt. Die Blattoberfläche (auch Spreite genannt) ist blasig derb.
  • Die konusförmige Traube ist mittelgroß, häufig geschultert und dichtbeerig. Die rundlichen Beeren sind mittelgroß und von gold-weißer Farbe.

Die Rebsorte Mauzac treibt spät aus und reift ca. 20 Tage nach dem Gutedel: Sie zählt daher zu den mittelspätreifenden Sorten.

Sie wird häufig von der Grauschimmelfäule befallen. Gegen den Echten Mehltau und den Falschen Mehltau ist sie recht resistent.

Synoyme für den weißen Mauzac sind:

  • Aiguillon  
  • Becquin
  • Bekin
  • Bequin
  • Blanc Lafitte
  • Blanquette
  • Blanquette aventice
  • Blanquette de Limoux
  • Blanquette sucrée
  • Caspre
  • Clairac
  • Feuille ronde
  • Gaillac
  • Gaillade
  • Gamet blanc
  • Manzac
  • Maousac
  • Mausac
  • Maussac
  • Mauza
  • Mauza blanca
  • Mauzac Brumaïre
  • Mauzac roux
  • Mauzac vert
  • Meauzac
  • Moisac
  • Moissac
  • Moysac
  • Mozac
  • Mozak belyi
  • Peron
  • Perrond
  • Pied rond
  • Plant de Gaillac
  • Primard
  • Queue fort
  • Queue roide oder
  • Sudunais bekannt.

Die Rotweinrebsorte ®Mauzac noir ist mit dieser Rebsorte nicht verwand.

Riesling

Der Riesling stellt in nördlich gelegenen Anbaugebieten hohe Anforderungen an die Lage, da er sehr spät reift. Optimale Bedingungen bieten die wärmespeichernden steinigen Steillagen in südwestlicher bis südöstlicher Ausrichtung entlang der Flusstäler, wie sie etwa am Rhein, an der Ahr, an der Mosel, der Saar, der Ruwer, an der Nahe, am Main in Franken oder in der Wachau gegeben sind. Die Weine der Schieferweinberge an Mosel, Saar und Ruwer gehören zurzeit unter Liebhabern aufgrund ihrer besonderen Mineralität zu den begehrtesten Rieslinggewächsen der Welt. Die trockenen Rieslingweine aus der Pfalz, aus Baden oder dem Elsass sind in der Regel wuchtiger und säureärmer. Falls das warme Klima der letzten Jahre anhält (Klimawandel), ist davon auszugehen, dass gerade deutsche Spitzenlagen, die heute mit Riesling bestockt sind, in einigen Jahrzehnten andere Rebsorten sehen werden. Möglicherweise wird sich der Rieslinganbau wieder, wie bereits in früheren Epochen, in Seitentäler verlagern. Der sogenannte „Jahrhundertjahrgang 2003“ hat deutlich gezeigt, dass derartiges Klima jedenfalls für den Riesling eher schädlich ist.

Die Farbe des Weins kann von blass-gelb mit Grünstich bis goldgelb reichen. Der Geschmack zeichnet sich in der Jugend durch vielfältige fruchtige Aromen, wie Grapefruit, Limone, Zitrone, Apfel, Pfirsich und Passionsfrucht, aus. Normalerweise sind die Weine leicht bis mittelschwer, und werden als frisch, stahlig, rassig und mineralisch beschrieben. Der Riesling besitzt die Fähigkeit, den Charakter der jeweiligen Lage besonders gut zum Ausdruck zu bringen (→ Terroir). Aufgrund ihres relativ hohen Säuregehalts (→ Säure (Wein)) besitzen Rieslingweine eine sehr gute Lagerfähigkeit (5–10 Jahre). Die Fruchtaromen weichen im Laufe der Reifung mineralischen und Bodentönen. Altersgereifte Weine weisen zudem häufig eine „Petrolnote“ auf.

Der Riesling bringt auch hochwertige süße Weine hervor. Die besten Süßweine werden entweder als Eiswein geerntet, oder aber die Konzentration der Geschmacksstoffe erfolgt über die Edelfäule, die durch die Grauschimmelfäule (Botrytis cinerea) hervorgerufen wird. In beiden Fällen stellt sich ein honigwürziges Aroma ein. Edelsüße Rieslingweine bester Erzeuger, besonders Trockenbeerenauslesen, erzielen auf Auktionen extrem hohe Preise und sind ausgesprochene Raritäten.

Riesling eignet sich außerdem zur Herstellung von Schaumwein.

Die Aromen im Riesling

Der von Natur aus hohe Anteil der Säure des Rieslings lässt leicht Parallelen mit dem Apfel finden. Dies umso mehr, als die Säure des Weins in erster Linie aus Weinsäure, Milchsäure und Äpfelsäure besteht. Der bei vielen Weißweinen durchgeführte Säureabbau durch die malolaktische Gärung wird beim Riesling oft als unerwünscht gesehen und unterbunden. Daher ist der Anteil der Äpfelsäure in Rieslingweinen ausgesprochen hoch. Mit zunehmender Alterung des Weins tritt das Apfelaroma zugunsten von Alterungsaromen zurück. Insbesondere nördliche Anbaulagen sowie karge Schieferböden prägen häufig die Apfelnote.

Seit einigen Jahren ist allerdings verstärkt ein Trend zur malolaktischen Gärung zu beobachten. Diese wird gezielt zur Steuerung des Weins eingesetzt.

Ebenfalls bei jungen Rieslingen, deren Mostgewichte kaum Spätlesequalität erreichen, ist ein Aroma von Zitrone oder Grapefruit wahrnehmbar. Schwere Löss–Lehmböden, die aufgrund ihres natürlichen Feuchtigkeitsgehalts relativ kühl sind, werden häufig mit Zitrus-Aromen in Verbindung gebracht.

Gute Rieslingweine aus den kühlen Anbaugebieten Mosel, Mittelrhein und Nahe verfügen schon kurz nach der Gärung über schöne Pfirsicharomen. Wurde das Lesegut in vollreifem Zustand eingeholt (jahrgangs- oder lagenbedingt) tendieren die Weine eher zu einem vollen Aprikosenaroma. Insbesondere die trockenen Verwitterungsböden aus Buntsandstein erbringen sehr aromatische Rieslingweine, die oft an Aprikosen erinnern.

Abstammung und Geschichte

Die Abstammung des Rieslings stellt DI Dr. F. Regner von der Höheren Bundeslehranstalt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg in seinen Untersuchungen folgendermaßen dar: „Unsere genetischen Analysen lassen beim Riesling drei genetische Phänomene erkennen, die zur heutigen Rebsorte geführt haben. Der vermutlich letzte Schritt war die Einkreuzung der Rebsorte Heunisch und hat dem Riesling einiges an Beständigkeit Vitalität und möglicherweise sein Säurepotential gebracht. Zuvor war es eine Rebe, die eine Kombination aus Traminer mit einer autochthonen Rebe vom Rhein darstellte. Die Traminereinkreuzung könnte spontan erfolgt sein und stellte wahrscheinlich eine qualitative Verbesserung dar. Den Traminer haben vermutlich die Römer an den Rhein gebracht. Die ursprüngliche Rebe bringt vor allem die Frosthärte und Kleinbeerigkeit mit. Diese Rebe war vermutlich schon von den Germanen in Besitz genommen und könnte auf Grund der Nähe des Rieslings zu den Wildreben aus diesen ausgelesen worden sein. Die örtliche Herkunft vom Rhein dürfte unbestritten sein.

Schloss Johannisberg

Vom Rheintal aus verbreitete sich der Riesling am Ende des Mittelalters in die meisten deutschen Anbaugebiete. Der erste Nachweis von Riesling-Reben stammt aus den rüsselsheimer Rechnungen des Kellers Klaus Kleinfisch an seinen Herrn Graf Johann IV von Katzenelnbogen im Jahr 1435. Es folgen Bingen (1463), die Mosel (1464/1465) und 1552 ein Eintrag im lateinischen Kreuterbuch des pfälzischen Botanikers Hieronymus Bock. Wegen seiner geringen Erträge und der späten Reife konnte er sich aber nur langsam durchsetzen.

Bei der Neubestockung der Rheingauer Weinberge von Schloss Johannisberg im 18. Jahrhundert unter der Ägide der Fuldaer Erzbischöfe wurde fast ausschließlich auf den Riesling gesetzt. Im Jahre 1787 verfügte der Trierer Kurfürst Clemens Wenzeslaus von Sachsen, dass in seinem Herrschaftsbereich nur noch Riesling zu kultivieren sei. Das hatte schließlich auch zur Folge, dass die Mosel das größte zusammenhängende Rieslinganbaugebiet der Welt wurde.

Staatliche Anbauempfehlungen im 17. Jahrhundert, das Streben nach höherer Qualität und hohe Weinpreise führten ab dem Ende des 19. Jahrhunderts zu einer starken Zunahme. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert waren deutsche Rieslingweine ebenso hoch, teils höher eingeschätzt und erzielten gleiche Preise wie die großen Rotweine Frankreichs.

Ampelographische Sortenmerkmale

In der Ampelographie wird der Habitus folgendermaßen beschrieben:

  • Die Triebspitze ist offen. Sie ist stark weißlich behaart mit leicht rötlichem Anflug. Die gelblichen, leicht bronzefarbenen Jungblätter sind schwach behaart.
  • Die mittelgroßen Blätter sind rundlich, meist fünflappig und nur wenig gebuchtet. Die Stielbucht ist geschlossen oder gar überlappt. Das Blatt ist stumpf gezähnt. Die Zähne sind im Vergleich der Rebsorten mittelgroß. Die Blattoberfläche (auch Spreite genannt) ist blasig derb. Die Struktur ist kreisförmig um den Stielansatz angeordnet.
  • Die zylinderförmige Traube ist klein und dichtbeerig. Der Traubenstiel ist kurz und vergleichsweise holzig. Die rundlichen Beeren sind klein und von gelb-grünlicher Farbe. Bei ausreichender Besonnung und Reife wechselt die Farbe auch ins gelb-braune und die Beeren sind dann schwarz gepunktet. Die Schale der Beere ist dick. Das Aroma der Beere ist fein und verfügt über ein leicht aromatisches Bukett.

Der Riesling treibt relativ spät aus (ca. 1 Woche nach dem Silvaner). Dadurch entgeht er eventuellen späten Frühjahrsfrösten. Der Blütezeitpunkt liegt ebenfalls spät. Den Riesling zeichnet eine ausgezeichnete Winterfrosthärte aus. In Jahren mit sehr guter Holzreife übersteht der Riesling Winterfröste von -20 °C bis -25 °C. Der Phytoplasmenbefall führt zu Vergilbungskrankheiten wie die Goldgelbe Vergilbung (franz.: Flavescence dorée) oder auch die Schwarzholzkrankheit. Darüber hinaus besteht eine Anfälligkeit gegen Stiellähme, der durch geeignete Kulturmaßnahmen entgegengewirkt werden kann.

Verbreitung

1. Deutschland

Riesling ist in Deutschland mit 21.722 ha Anbaufläche (Stand: 31. Dezember 2006)  und einem Gesamtertrag von 1.615.000 hl (Stand: 2003) die am weitesten verbreitete Rebsorte. Sie nimmt über 20 % der Rebfläche ein und wird in allen deutschen Weinbaugebieten kultiviert. Die größten Riesling-Anteile haben die Weinbaugebiete Mosel (das Gebiet hieß bis 2006 Mosel-Saar-Ruwer) (5.272 ha), Pfalz (5.248 ha), Rheinhessen (3.458 ha), Rheingau (2.432 ha), Württemberg (2.081 ha), Baden (1.173 ha), Nahe (1.087 ha), Mittelrhein (308 ha), Franken (Weinbaugebiet)|Franken (293 ha), Hessische Bergstraße (211 ha), Sachsen (67 ha), Saale-Unstrut (50 ha) und Ahr (41 ha).

Quelle: Rebflächenstatistik vom 13. März 2008, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2008 in Beschreibende Sortenliste des Bundessortenamtes 2008, Seite 198ff.

Die meisten deutschen Spitzenlagen sind mit Riesling bestockt. Bekannte deutsche Riesling-Lagen sind

  • Appenheimer Hundertgulden
  • Bernkasteler Doctor
  • Brauneberger Juffer-Sonnenuhr
  • Erbacher Marcobrunn
  • Forster Kirchenstück
  • Forster Ungeheuer
  • Hattenheimer Pfaffenberg
  • Maximin Grünhäuser Abtsberg
  • Monzinger Frühlingsplätzchen
  • Mülheimer Sonnenlay
  • Niersteiner Brudersberg
  • Oestricher Lenchen
  • Piesporter Goldtröpfchen
  • Rauenthaler Baiken
  • Rüdesheimer Berg
  • Scharzhofberg
  • Schloss Johannisberg
  • Ürziger Würzgarten
  • Wehlener Sonnenuhr
  • Winninger Uhlen
  • Würzburger Stein
  • Bremmer Calmont

Die letzten großen Riesling-Jahrgänge waren 1999, 2001, 2002, 2003 (jedoch nur in den nördlichen Anbaugebieten sowie bei edelsüssen Weinen), 2005 und 2006 (an der Mittelmosel – Beerenauslese).

2. Österreich

Rieslingtrauben aus der Wachau

In Österreich wird der Riesling in mehreren Anbaugebieten auf einer Fläche von nur 1640 ha kultiviert [4] und ist damit schon seit Jahrzehnten stark unterrepräsentiert. In Abgrenzung zum populären Welschriesling heißt der Riesling häufig Rheinriesling. Unter den Anbaugebieten ist die Wachau (fast 190 Hektar) das bekannteste. Die steilen Steinterrassen am Nordufer der Donau und im Spitzer Graben tragen durch ihre Fähigkeit, Wärme zu speichern, dazu bei, Spitzenweine mit ausgewogener Säure und fruchtigem Geschmack zu erzeugen. In der Wachau wurde vermutlich aus eher lokalpatriotischen Gründen vermutet, die Rebsorte stamme ursprünglich von dort. In der Gemeinde Weißenkirchen gab die urkundlich belegt sehr alte Ried Ritzling Anlass dazu.

Als weitere große Rieslinglagen konnten sich in den letzten Jahren das Kremstal (ca. 190 Hektar) bzw. das Kamptal (fast 300 Hektar) um Langenlois etablieren. Die Urgesteinslagen (z.B. am Zöbinger Heiligenstein, Kremser Gebling) erbringen differenzierte, mittelschwere und sehr sortentypische-fruchtige Weine, die sich klar von der Wachau unterscheiden. Im Jahr 2006 wurde mit dem Traisental auch ein erster DAC-Wein dieser Rebsorte geschaffen. Eine weitere kleine, aber hochwertige Fläche findet sich im Wiener Stadtgebiet am Nußberg bzw. am Bisamberg.

4. Frankreich

Rieslinganbau im Elsass

In Frankreich ist der Riesling ausschließlich im Elsass zur Erzeugung von Qualitätsweinen zugelassen. Die Anbaufläche beträgt dort 3.480 ha (Quelle ONIVINS [5], [6]). Für das Elsass charakteristisch sind trockene Weine mit verlockendem Duft und kräftigem Alkoholgehalt (häufig 12 % oder mehr). Im trockenen Elsässer Klima besteht nur sehr wenig Fäulnisgefahr, und es sind ausgedehnte Reifeperioden möglich, die dann zu Vendanges Tardives oder den noch süßeren Sélections de Grains Nobles führen können. Der Riesling ist ebenfalls Bestandteil der zugelassenen Rebsorten der Appellation Alsace Grand Cru.

5. Luxemburg

In Luxemburg sind etwa 10% der 1350 ha Gesamtfläche mit Riesling bestockt. Er erbringt trockene, dank Chaptalisation recht körperreiche Weine, die dem Elsässer Stil näher sind als dem der benachbarten Mosel.

6. Australien

Die bestockte Rebfläche wird auf ca. 4.432 Hektar geschätzt. (Stand 2007)

Der erste Riesling Australiens wurde vermutlich von William Macarthur 1838 in der Nähe von Penrith in New South Wales angepflanzt. Bis 1992 blieb er die meistangebaute weiße Rebsorte des Landes. In Australien wird der Wein auch als Rhine Riesling bezeichnet. Bis vor wenigen Jahren wurden dort jedoch nahezu alle fruchtigen Weißweine Riesling genannt. So bezeichnete man mit Hunter River Riesling die Sémillon-Traube. Aufgrund des warmen Klimas leidet der Riesling in Australien unter Identitätsproblemen; bisher kann man noch nicht flächendeckend gute Qualitätsweine erhalten. Schwerpunkte des Anbaus sind das Clare Valley bei Watervale, Eden Valley und die Adelaide Hills, die allesamt in Südaustralien in der Nähe von Adelaide liegen.

Im warmen Klima Australiens bilden sich Beeren mit sehr dicken Schalen aus. Seit der Mitte der 1950er Jahre wird der Wein in temperaturgeregelten Stahltanks vergoren. Standard ist dabei eine kühle Gärung, ein Ausschluss einer Oxydation des Weins sowie eine frühe Flaschenabfüllung. Die Qualität der australischen Rieslingweine hat sich in den letzten Jahren merklich verbessert und der Einsatz eines Drehverschlußes ist dort kein Zeichen schlechter Qualität. Die früher erzeugten oxydativen aufgespriteten und sherryartigen Weine sind fast gänzlich vom Markt verschwunden.

Der noch junge Weinbau auf Tasmanien muß erst noch zeigen, über welches Potenzial er verfügt; das im Vergleich zu Australien kühlere Klima und die damit verbundene lange Reifeperiode versprechen jedoch eine gute Qualität. Bisher bekannte Weine sind meist blumig und leicht.

7. Neuseeland

Neuseeland ist ein Weinerzeugerland mit kühlem Klima. Dies trifft insbesondere auf die Südinsel zu. Insbesondere das Anbaugebiet Marlborough sowie das Gebiet um die Stadt Nelson bringt Rieslinge mit exzellenter Säure und von großer Delikatesse hervor. Da die Geschichte qualitativ hochwertiger Rieslingweine in Neuseeland noch sehr kurz ist (sie begann Ende der 1980er Jahre), verspricht die Zukunft noch vieles. Im Jahr 2008 lag die bestockte Rebfläche bei noch steigender Tendenz bei 917 Hektar [9]. Im Jahr 2007 lag die Rebfläche noch bei 868 Hektar.[10]

8. Moldawien

Moldawien gehört mittlerweile zu den zehn größten Weinproduzenten der Erde. Die bestockte Fläche an Riesling beträgt 2400 ha; Riesling wird sortenrein oder in Form von Schaumwein ausgebaut.

9. USA

Riesling wird mehr und mehr in den USA angebaut. Winzer im Staat New York produzieren Rieslingweine in der Fingerlake-Region (Niagarafälle und Buffalo), und an der Westküste gibt es Anbaugebiete in Kalifornien und Oregon. Dabei werden sie von deutschen Riesling-Winzern unterstützt.

Neuzüchtungen

Der Riesling wurde und wird oft für Neuzüchtungen verwendet. Bei folgenden Sorten hat er als Vater- oder Muttersorte Pate gestanden:

Als Muttersorte diente Riesling bei der Kreuzung der Rebsorten Alb de Yaloven, Arnsburger, Augustriesling, Beutelriesling, Bouquetriesling, Dalkauer, Edelmuskat, Ehrenfelser, Feinriesling, Floricica, Frühriesling, Geisenheim 195, Geisenheim 643-10, Geisenheim 643-20, Geisenheim 649, Johanniter, Kocsis Zsuzsa, Manzoni Bianco, Marienriesling, Müller-Thurgau, Multaner, Muscat de la Republique, Naumburg 231-52, Oraniensteiner, Osiris, Osteiner, Quanyu B, Rabaner, Rieslina, Riesling Magaracha, Romeo, Weinsberg S186, Weinsberg S195

Als Vatersorte diente Riesling bei der Kreuzung der Rebsorten Aris, Arnsburger, Aurelius, Dalmasso 12-40, Dona Emilia, Dr. Deckerrebe, Elbriesling, Freiburg 3-29, Geilweilerhof F.S. 4-208-13, Geilweilerhof Koe-49-81, Geilweilerhof Koe-68-107, Geilweilerhof Koe-70-4, Geilweilerhof Koe-70-96, Geilweilerhof Sbl. 2-19-43, Geisenheim 154, Geisenheim 156, Kamchia, Kerner, Lafayette, Misket Varnenski, Negritienok, President Carnot, Rabaner, Rieslaner, Riesling Bulgarski, Ruling, Scheurebe, Thurling, Weinsberg S509, Weinsberg S516, Weinsberg S523, Weinsberg S2630, Witberger.

In komplexeren Züchtungen diente sie als Kreuzungspartner von Albalonga, Bacchus, Breidecker, Goldriesling, Grando, Königsast, Merzling, Perlriesling, Primera, Quanyu B, Rotberger, Ruling.

Synonyme

Aufgrund der weiten Verbreitung des Rieslings ist die Liste der Synonyme ausgesprochen lang. Der Riesling ist auch unter folgenden Namen bekannt:

Beregi Riesling, Beyaz Riesling, Biela Grasevina, Dinca Grasiva Biela, Edelriesling, Edle Gewuerztraube, Feher Rajnai, Gentil Aromatique, Gentile Aromatique, Gewuerzriesling, Gewuerztraube, Graefenberger, Graschevina, Grasevina Rajnska, Grauer Riesling, Grobriesling, Hochheimer, Johannesberger, Johannisberg, Johannisberger, Karbacher Riesling, Kastellberger, Kis Rizling, Kleigelberger, Kleiner Riesling, Kleinriesler, Kleinriesling, Klingelberger, Krauses, Krausses Roessling, Lipka, Moselriesling, Niederlaender, Oberkircher, Oberlaender, Petit Rhin, Petit Riesling, Petracine, Pfaelzer, Pfefferl, Piros Rajnai Rizling, Pussilla, Raisin Du Rhin, Rajinski Rizling, Rajnai Rizling, Rajnski Ruzling, Rano, Reichsriesling, Reissler, Remo, Rendu, Reno, Renski Rizling, Rezlik, Rezlin, Rezlink, Rhein Riesling, Rheingauer, Rheinriesling, Rhiesling, Riesler, Riesling Bianco, Riesling Blanc, Riesling De Rhin, Riesling Echter Weisser, Riesling Edler, Riesling Gelb Mosel E43, Riesling Giallo, Riesling Grosso, Riesling Gruener Mosel, Riesling Mosel, Riesling Reinskii, Riesling Rhenan, Riesling Rhine, Rieslinger, Rislinenok, Rislinok, Rizling Linner, Rizling Rajinski, Rizling Rajnai, Rizling Rajnski, Rizling Reinskii, Rizling Rynsky, Roessling, Rohac, Rossling, Rosslinger, Ruessel, Ruessling, Russel, Ryn-Riesling, Ryzlink Rynsky, Starosvetske, Starovetski, Szuerke Rizling, Uva Pussila, Weisser Riesling, White Riesling

  • Abstammung: Heunisch x Traminer-Klon
Quelle wikipedia.de
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