ENSAM- Lexikonartikel
École nationale supérieure agronomique de Montpellier (ENSAM). Die Universität Montpellier
École nationale supérieure agronomique de Montpellier (ENSAM). Die Universität Montpellier
Pierre Galet (* 28. Januar 1921 in Monaco) ist einer der weltweit führenden Experten für Ampelographie.
Leben
Während seiner Beschäftigung in der Universität Montpellier École nationale supérieure agronomique de Montpellier (ENSAM) übernahm Galet dort die Leitung des Lehrstuhls für Weinbau. Galet wurde in den folgenden Jahren seiner Tätigkeit am Institut bis heute richtungsweisend auf dem Gebiet der Ampelographie.
Ab 1952 führte Pierre Galet einen neuen wissenschaftlichen Ansatz in seinem Fach ein. Er schuf ein System zur Klassifizierung von Reben anhand objektiver Merkmale und beschrieb damit 9600 verschiedene Rebsorten. Als renommierter Ampelograf hatte Galet weltweit Kontakte geknüpft, auch über politische Grenzen hinaus. Forschungsreisen führten ihn zudem nach Afghanistan, Nepal, Nordafrika, Nordamerika, Südamerika, Südkorea, Thailand und Zypern, wo er Wildreben und Hybriden anhand ihres Phänotyps beurteilte.
Für seine weltweit anerkannten Leistungen wurde er mit dem Titel „Officier de l´Ordre du Mérite Agricole“ und zahlreichen weiteren Ehrungen ausgezeichnet.
Sein Werk Dictionnaire encyclopédique des cépages, aus dem Jahr 2000 herausgegeben von Hachette, gilt als Standardwerk der Beschreibung von Rebsorten, es beinhaltet insbesondere präzise Illustrationen der Merkmalsausprägungen der Rebsorten.
Werke
Ehrungen
Die Ampelographie bzw. Ampelografie (von griechisch ampelos = Weinstock), deutsch Rebsortenkunde oder Rebenkunde, ist die Lehre von der Bestimmung und Beschreibung der Rebsorten sowie ihrer wissenschaftlichen Klassifizierung. Sie ist ein Teilgebiet der Önologie.
In der Ampelographie werden die charakteristischen Merkmale der Weinrebe folgendermaßen angegeben: Name, Synonyme, Heimat, Verbreitung, allgemeine Eigenschaften des Rebstocks und der Beere. Die Merkmale zweier Sorten unterscheiden sich teilweise nur um Nuancen.
Die Wissenschaft der Ampelographie begann sich ernsthaft im 19. Jahrhundert zu entwickeln, als Rebenkrankheiten und -schädlinge wie die Reblaus und andere möglichst wirkungsvoll bekämpft werden mussten. Aufgrund von Unterschieden, die im Zusammenhang mit Resistenzen beobachtet wurden, ergab sich die Notwendigkeit, die Sorten genauer zu untersuchen und zu beschreiben.
Der erste wissenschaftliche Einsatz wurde dennoch erst 1952 von Pierre Galet eingeführt. Er schuf ein System zur Klassifizierung von Reben anhand objektiver Merkmale und beschrieb damit 9600 verschiedene Rebsorten.
Neuere Ansätze nutzen DNA-Vergleiche, um Rebsorten zu identifizieren und deren Verbreitungshistorie zu rekonstruieren.