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Friedrich “Fritz” Zweigelt

Friedrich „Fritz“ Zweigelt (* 13. Januar 1888 in Hitzendorf; † 18. September 1964 in Graz) war ein österreichischer Botaniker, Entomologe und Rebenzüchter.

Zweigelt züchtete 1922 an der Weinbauschule Klosterneuburg die von ihm als Rotburger benannte Rebsorte.

Schon vor dem Anschluss 1938 war Zweigelt illegaler Nationalsozialist. 1938 übernahm er die Leitung der Weinbauschule Klosterneuburg, sein Vorgänger wurde zwangspensioniert, und ließ einen Schüler namens Josef Bauer, Mitglied der Widerstandsgruppe um den Klosterneuburger Chorherrn Roman Scholz, der Gestapo ausliefern.

Zweigelt wandte sich gegen Direktträger-Rebsorten, wodurch beispielsweise der Uhudler zu seinem schlechten Ruf kam.

Nach Kriegsende wurden Zweigelt die Direktorenstelle und seine 1943 verliehene Dozentur an der Hochschule für Bodenkultur entzogen. 1963 veröffentlichte er eine Autobiografie, in der er wenig Einsicht bezüglich seiner Vergangenheit erkennen ließ. Im Jahr 1975 wurde im Zuge der Qualitätsweinreben-Verordnung die zuvor von Zweigelt als „Rotburger“ benannte Rebsorte in „Zweigelt“ umbenannt.

2002 wurde zur Prämierung österreichischer Weine der „Dr. Zweigelt-Preis“ mit einer Porträt-Medaille eingeführt.

Schriften

  • Blattlausgallen, 1931
  • Der Maikäfer, 1928
  • Der gegenwärtige Stand der Maikäfer Forschung, 1918
  • Erster Mitteleuropäischer Weinkongreß, 1936
  • Der kranke Obstgarten, 1934

Pierre Galet – Lexikonartikel

 

Pierre Galet (* 28. Januar 1921 in Monaco) ist einer der weltweit führenden Experten für Ampelographie.

Leben

Während seiner Beschäftigung in der Universität Montpellier École nationale supérieure agronomique de Montpellier (ENSAM) übernahm Galet dort die Leitung des Lehrstuhls für Weinbau. Galet wurde in den folgenden Jahren seiner Tätigkeit am Institut bis heute richtungsweisend auf dem Gebiet der Ampelographie.

Ab 1952 führte Pierre Galet einen neuen wissenschaftlichen Ansatz in seinem Fach ein. Er schuf ein System zur Klassifizierung von Reben anhand objektiver Merkmale und beschrieb damit 9600 verschiedene Rebsorten. Als renommierter Ampelograf hatte Galet weltweit Kontakte geknüpft, auch über politische Grenzen hinaus. Forschungsreisen führten ihn zudem nach Afghanistan, Nepal, Nordafrika, Nordamerika, Südamerika, Südkorea, Thailand und Zypern, wo er Wildreben und Hybriden anhand ihres Phänotyps beurteilte.

Für seine weltweit anerkannten Leistungen wurde er mit dem Titel „Officier de l´Ordre du Mérite Agricole“ und zahlreichen weiteren Ehrungen ausgezeichnet.

Sein Werk Dictionnaire encyclopédique des cépages, aus dem Jahr 2000 herausgegeben von Hachette, gilt als Standardwerk der Beschreibung von Rebsorten, es beinhaltet insbesondere präzise Illustrationen der Merkmalsausprägungen der Rebsorten.

Werke

  • Maladies et Parasites de la Vigne 2 Bände 1977 + 1982
  • Pierre Galet: Dictionnaire encyclopédique des cépages. Hachette Pratique, Paris 2000, ISBN 2-01-236331-8.  
  • Précis d’ampélographie pratique, Galet, 2001. ISBN 2902771029.
  • Grands cépages, Hachette Pratique, coll. « Livret du Vin », 2006. ISBN 2012370810.
  • mit Pierre Casamayor und Antoine Lebègue: Dictionnaire des vins de France, Hachette Pratique, coll. « Livret du Vin », 2001. ISBN 2012365825.
  • Der Chardonnay. Ein Franzose und Weltbürger. in: Vinum. 8. Zürich 1987, 6, S. 26-28.

Ehrungen

  • Officier de l´Ordre du Mérite agricole

Ampelographie

Die Ampelographie bzw. Ampelografie (von griechisch ampelos = Weinstock), deutsch Rebsortenkunde oder Rebenkunde, ist die Lehre von der Bestimmung und Beschreibung der Rebsorten sowie ihrer wissenschaftlichen Klassifizierung. Sie ist ein Teilgebiet der Önologie.

In der Ampelographie werden die charakteristischen Merkmale der Weinrebe folgendermaßen angegeben: Name, Synonyme, Heimat, Verbreitung, allgemeine Eigenschaften des Rebstocks und der Beere. Die Merkmale zweier Sorten unterscheiden sich teilweise nur um Nuancen.

Die Wissenschaft der Ampelographie begann sich ernsthaft im 19. Jahrhundert zu entwickeln, als Rebenkrankheiten und -schädlinge wie die Reblaus und andere möglichst wirkungsvoll bekämpft werden mussten. Aufgrund von Unterschieden, die im Zusammenhang mit Resistenzen beobachtet wurden, ergab sich die Notwendigkeit, die Sorten genauer zu untersuchen und zu beschreiben.

Der erste wissenschaftliche Einsatz wurde dennoch erst 1952 von Pierre Galet eingeführt. Er schuf ein System zur Klassifizierung von Reben anhand objektiver Merkmale und beschrieb damit 9600 verschiedene Rebsorten.

Neuere Ansätze nutzen DNA-Vergleiche, um Rebsorten zu identifizieren und deren Verbreitungshistorie zu rekonstruieren.

Quelle Wikipedia.de
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